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Gehalten im Himmelreiche am
Tage des Herrn, da man schrieb den
12.
Tag des 9.Monats des Jahres 1862.
Es begab sich aber im Jahre des Herrn, da man schrieb
1861,
dass der Besitzer dieses Grundstückes, welches wegen seiner schönen
Aussicht genannt das Himmelreich, erleuchtet und willig wurde, zu bauen
ein Haus zu Nutz und Frommen der Besucher.
Denn es war vordem allhier wüste
und leer, und es stand, wenn solche nicht gestohlen, zuweilen eine Bank
dahier, sintemal der Platz von Naturkneipern vielfach besucht wurde. Es
wanderten aber in Zügen selbander Männlein und Fräulein, und freueten
sich der Natur, die hier zu sehen ist prächtig. In ihrem Herzen seufzten
sie aber zu Gott über die auszustehende Hitze, Müdigkeit und den Durst.
Und sie kamen zu Wagen und auf
Bileam’s Grauthier daher geritten und gefahren, zu sehen die
Herrlichkeit Gottes. Und als sie eine Weile daselbst waren, kam sie
Hunger und Durst an; und sie sprachen untereinander: Woher nehmen wir zu
essen, woher zu trinken? Dass wir nicht Hungers sterben.
Da that aber einer von den Eseljungen,
so mitgenommen waren von Kösen, und die auch nicht zu den Dümmsten
gezählt werden, seinen Mund auf und sprach also:
Dort unten im Grunde ist die Brauerei und der Bierkeller von Stendorf, wo
man Bier und Labsal bekommt in Fülle.
In ihres Herzens Härtigkeit blieben sie aber verstockt und gingen nicht
hinunter nach Stendorf, denn sie scheuten den Weg durch die Hölle, und
litten lieber große Noth und
gingen hungrig und durstig heim.
Da erbarmete sich aber der Herr aller Herren, da er jahre lang den Greul
ihrer Störrigkeit mit angesehen hatte, und er erweichte das Herz des
jetzigen Besitzers, dass auch er sich erbarmete und sprach:
Lasset uns ein Häuslein bauen, dass den
Besuchern Schutz gewährt vor Regen, Hitze und Wind, und dass der Leib
nicht verschmachte, soll darin verzapft werden: Kaffee und Bier, Schnaps
und Milch, Butter und Brod, Wurst und Schinken, Eier und Speck.
Und er setzte hinein eine wohlbeleibte
Wirthin, die da war, wenn die Sonne kam und heim ging, wenn die Sonne
schied. Und dieselbe war, obgleich dick und rund, doch sehr geschwind,
und was sie brachte, war Alles sehr gut und sauber.
Es erfreuten sich aber nun dahier
Beides, Männlein und Fräulein, und trifft man zu jeglicher Zeit Pärchen,
die dahin mit einander fürbaß wallen, so dass hinfür kein Gram ist, den
Weg zu finden oder den Körper zu stärken.
Darum lasst uns den Herrn aller Herrn
loben und preisen, dem Besitzer aber danken, dass er sein Herz nicht
verstockete und abwandte, sondern bereitwillig sein Bier, seine Küche und
seine runde Wirthin hergab für die Naturkneiper.
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Sela |
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